Tanztherapie



Die Tanztherapie ist ein psycho- und körpertherapeutisches Verfahren, das in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts in den USA entstanden ist und auf uraltem Wissen früherer Kulturen aufbaut. Sie geht davon aus, dass sich jeder Mensch im Laufe seines Lebens ein persönliches Bewegungsrepertoire „aneignet“, das seine (meist unbewusste) innere Vorstellung von sich selbst und der Welt – seine Wünsche, Bedürfnisse, Ängste und Denkmuster – widerspiegelt. Ziel ist es, dieses individuelle Bewegungsmuster zu erforschen und zu erweitern, um so die persönliche Entwicklung zu fördern.
Es sind keine tänzerischen oder andere Bewegungs-Vorkenntnisse notwendig – einzig und allein die Freude am Tanzen und Bewegen!


Info-Broschüre

Lehrgangsüberblick

Neuer Kursstart: 21. April 2017
Lehrgangstermine: 21./22.04.2017, 26./27.05.2017, 23./24.06.2017, 15./16.09.2017, 13./14.10.2017, 17.11./18.11.2017

Kosten: EUR 1.790,- inkl. USt. (alle Lehrgangsteile inkl. Zertifizierung)
Umfang: 72 Einheiten (Theorie, tanztherapeutische Mehoden und Instrumenten, Selbsterfahrung und Fallsupervision
Referentinnen: Mag. Sabine Heschgl, Univ.-Prof. Mag. Virginie Roy
Anmeldeschluss: zwei Wochen vor Lehrgangsstart
Veranstaltungsort des Lehrgangs : Studio Yogavital, Kollmayergasse 14, 1120 Wien
Seminarzeiten: jeweils Fr, 16:00-20:00h und Sa, 09:00-17:00
Weiterbildung für Klinische PsychologInnen, GesundheitspsychologInnen, ArbeitspsychologInnen, OrganisationspsychologInnen, WirtschaftspsychologInnen, ÄrztInnen, Pflegende
Es sind keinerlei tänzerische Vorkenntnisse erforderlich!


Lehrgangsbeschreibung


Die Tanztherapie nutzt die freie tänzerische Bewegung, um die körperlich-seelische Integration des Menschen zu fördern. Es geht weder um das Erlernen von Tanzschritten noch um das Einstudieren von vorgegebenen Bewegungsabläufen, sondern um die Entdeckung der persönlichen Vorlieben der Bewegung. Genauer gesagt hat die tanztherapeutische Arbeit folgende Ziele:
+ Verbesserung der körperlichen Selbst- und Fremdwahrnehmung (Bewegungsanalyse/-diagnostik)
+ Erweiterung des persönlichen Bewegungs- und Ausdruckspotentials
+ Steigerung des Erlebnisvermögens und des emotionalen Ausdrucks
+ Förderung der Kontaktfähigkeit im Dialog mit anderen
Tanztherapie ist heute ein weit gefasster Begriff und immer noch Pionierarbeit. Es gibt verschiedene Arten von Tanztherapie mit bewegungsanalytischem Charakter. Diese Weiterbildung ist ganzheitlich und hilft bei der Entdeckung des für jeden Menschen charakteristischen Bewegungsrepertoires und bei der Stärkung der in ihm innewohnenden Selbstheilungskraft.

Die einzelnen Module im Detail


Wochenende 1: Das persönliche Bewegungsrepertoire

 Mittels verschiedener Bewegungs- und Tanzexperimente wird das persönliche Bewegungsrepertoire, d.h. die persönlichen Vorlieben in der Bewegung, erforscht und in der anschließenden verbalen Reflexion die Wahrnehmungs- und Analysefähigkeit von Bewegung gefördert.
Bevorzuge ich Bewegungen mit dem ganzen Körper oder isolierte Bewegungen einzelner Körperteile? Bewege ich lieber die Arme oder die Beine oder den Rumpf? Mag ich lieber große oder kleine Bewegungen, schnelle oder langsame? Bewege ich mich lieber am Platz oder durch den Raum? Hüpfe und springe ich gerne? . . . . . . .

Wochenende 2: Das Körperbild
Das individuelle Bewegungsrepertoire spiegelt die (meist unbewusste) Vorstellung vom eigenen Körper, d.h. von sich selbst, wider. Zusammenhänge von Bewegungsvorlieben und Wünschen, Bedürfnisse, Ängsten und Denkmustern werden analysiert. Welches Bild habe ich von meinem Körper (von mir)? Mag ich meinen Körper (mich)?
Bewege ich mich anders, wenn ich stolz auf mich selbst bin, als wenn ich mich nicht leiden kann? Zeigen sich Emotionen in der spontanen Bewegung? Kann ich Emotionen durch Bewegung verändern? Erlebe ich mich und meine Umwelt anders, wenn ich mich anders bewege?

Wochenende 3: Bewegung und Beziehung
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit anderen Menschen nonverbal in Beziehung zu treten bzw. Beziehungen zu gestalten. Diese werden ausprobiert und reflektiert.
Bewege ich mich gerne mit anderen oder lieber alleine und auf Distanz zu anderen? Mache ich gerne die Bewegungen anderer nach oder polarisiere ich lieber? Und wie hängt das mit meiner Lebensgeschichte und meinen sozialen Interaktionen im Alltag zusammen?

Wochenende 4: Gruppentänze
Tänze unterschiedlicher kultureller Herkunft werden ausprobiert und ihr Einsatz in der psychologischen / therapeutischen Praxis reflektiert.

Wochenende 5: Tanztherapeutische Interventionen bei verschiedenen Zielgruppen und Fallsupervision I
Tanz- und Bewegungsinterventionen bei verschiedenen Störungsbildern und Problemsituationen werden anhand von Fallbeispielen aufgearbeitet. Schwerpunkt: Förderung der Wahrnehmung und Entwicklung bei psychotischen und dementiellen Erkrankungen. Erfahrungen der TeilnehmerInnen in der praktischen Umsetzung werden besprochen.

Wochenende 6: Tanztherapeutische Interventionen bei verschiedenen Zielgruppen und Fallsupervision II
Tanz- und Bewegungsinterventionen bei verschiedenen Störungsbildern und Problemsituationen werden anhand von Fallbeispielen aufgearbeitet. Schwerpunkt: Förderung der Wahrnehmung und Entwicklung bei Ängsten und Suchterkrankungen. Erfahrungen der TeilnehmerInnen in der praktischen Umsetzung werden besprochen.

Die Referentinnen

Mag. Sabine Heschgl
+ Klinische- u. Gesundheitspsychologin
+ Lebens- u. Sozialberaterin
+ Bewegungsanalytische Tanztherapeutin
+ Dipl. Ernährungscoach
+ Fortbildungen für Essstörungen, Individualpsychologie (Psychotherapeutin i.A.u.S.), Besuchsbegleitung sowie in Arbeits- u. Organisationspsychologie
+
Berufliche Erfahrungen in den Bereichen Besuchsbegleitung, Kinder- u. Jugendhilfe, mit psychiatrischem Klientel sowie als Referentin in der Erwachsenenbildung
Univ.-Prof. Mag. Virginie Roy
+ Klinische- u. Gesundheitspsychologin
+ Diplom für Tanzpädagogik am Centre National de la Danse
+ Lehrende an der Musik und kunst Privatuniversität der Stadt Wien
+ weitere Details siehe http://www.muk.ac.at/studium/lehrende/details/bio/R/virginie-roy-nigl/

Zertifizierung

Nach Abschluss der Weiterbildung und Fallsupervision wird ein Zertifikat ausgestellt:
+ Klinische- und Gesundheitspsychologen erhalten ein Zertifikat als psychologische Tanztherapeutin / psychologischer Tanztherapeut.
+ PsychologInnen erhalten ein Zertifikat als zertifizierte Tanzpsychologin / zertifizierter Tanzpsychologe.
+ Psychotherapeuten erhalten ein Zertifikat als zertifizierte Tanztherapeutin / zertifizierter Tanztherapeut.
+ Angehörige anderer Berufsgruppen erhalten ein Zertifikat als zertifizierte Tanzpädagogin / zertifizierter Tanzpädagoge.
+ Diplomierte KunsttherapeutInnen können dieses Curriculum als spezifische Weiterbildung besuchen und erhalten ein Abschlusszertifikat je nach vorhandener Grundqualifikation

Durch den Besuch dieses Lehrgangs erwerben Sie keine neuen berufsrechtlichen Qualifikationen. Sie können das Erlernte im Bereich der bereits bestehenden Kompetenzen anwenden. Die Weiterbildung richtet sich an PsychologInnen, PädagogInnen, Pflegekräfte bzw. allgemein an Menschen mit einer psychologischen, sozialen oder pädagogischen Grundausbildung, welche Körperarbeit, Tanz und Bewegung in ihrer Arbeit integrieren möchten. Die Erweiterung der psychologischen bzw. therapeutischen oder pädagogischen Arbeit mit Ausdruck, Bewegung und Tanz kann die Arbeit bereichern und neue Impulse geben.
"Wir sind erst zufrieden, wenn Sie mit uns zufrieden sind."

Feedback

"Die Ausbildung hat für mich persönlich auf allen Ebenen, auf der körperlichen, der kognitiven und emotionalen, viel Neues, Spannendes und Interessantes gepracht. Die Verbindung zwischen der Theorie und der Praxis des Selber-Tuns war sehr lebendig und durch die Fallbeispiele und Intervisionen so richtig schön „knackig“. Für meine Arbeit mit Gruppen und im Einzelsetting war es toll gleich Dinge umsetzen zu können! Das Tanzen als psychologische Intervention mit den KlientInnen war sehr lustvoll und erfahrungsreich! Die schönste Art zu lernen! Ein herzliches Danke!"
„Der Lehrgang Tanztherapie stellt für mich – beruflich sowie persönlich – eine große Bereicherung dar. Das vermittelte tanztherapeutische Methodenrepertoire lässt sich gut in meine psychologische und psychotherapeutische Arbeit (Einzel- und Gruppensetting) integrieren. Besonders das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis mit einem guten Quäntchen an Selbsterfahrung hat gut getan! In erster Linie hat mich jedoch die lebendige Art der Lehrgangsleiterinnen (Sabine Heschgl und Virginie Roy) und deren hohe fachliche sowie menschliche Kompetenz, dazu angeregt, die Freude an der Bewegung und am Tanzen neu zu entdecken. Es ist somit gelungen, das Angenehm-Lustvolle mit dem Beruflich-Nützlichen zu verbinden!“