Lehrgang Prävention und Therapie von Erschöpfung am Arbeitsplatz



Termine:
Mo.-Fr., 20. -24. August 2018, jeweils 9-18 Uhr, gesamt 50 Einheiten

In diesem Curriculum geht es um die psychischen Belastungen, die auf den Menschen im Allgemeinen einwirken, aber im Besonderen um die Einstellung zur Arbeit, um den inneren Leistungsdruck und um Prägungen, die ein Ressourcenbewusstsein in den Hintergrund drängen.
Es werden die für einen nachhaltigen Erfolg einer Burnout-Therapie nötigen Schritte besprochen, einerseits aus psychologisch-psychotherapeutischer Sicht (Regenerationstraining, ...), andererseits auch aus medizinischer Sicht.

Info-Broschüre

Lehrgangsüberblick

Kosten: ab EUR 1916,- inkl. USt. (bei Einmalzahlung)
ReferentInnen: MMag. Dr. Ingrid Pirker-Binder, Dr. Gerhard Hubmann
Anmeldeschluss: zwei Wochen vor Lehrgangsstart
Veranstaltungsort des Lehrgangs : AAP, Vereinsgasse 15 (EG), 1020 Wien
Weiterbildung für Klinische PsychologInnen, GesundheitspsychologInnen, PsychotherapeutInnen und ÄrztInnen

Lehrgangsbeschreibung

Psychische Belastungen und stressbedingte Beschwerden nehmen rasant zu. Die Arbeitswelt ist in einem ständigen Veränderungsprozess, Open Space, flexible Arbeitsplätze, vermehrte Reisetätigkeiten sind an der Tagesordnung.

Arbeitsprozesse werden dank der modernen Technologie immer schneller. Der Mensch hängt mit seinen Ressourcen hinterher. Durch die gesetzliche Pflicht zur Evaluierung von psychischer Belastung am Arbeitsplatz wird die menschliche Arbeitsleistung wieder aufgewertet, der Blick auf die Endlichkeit humaner Ressourcen gelenkt.

Die ÖNORM EN ISO 10075-1 definiert psychische Belastungen als „...alle Einflüsse die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken.“

In diesem Curriculum geht es um die psychischen Belastungen, die auf den betreffenden Menschen einwirken, aber im Besonderen um die Einstellung zur Arbeit, um den inneren Leistungsdruck, Prägungen, die ein Ressourcenbewusstsein in den Hintergrund drängen. Des weiteren sind für einen nachhaltigen Erfolg einer Burnout-Therapie noch weitere Schritte notwendig, wie z.B ein gezieltes Regenerationstraining, eine erweiterte medizinische Diagnostik uvm.

Wenn Stressmanagement nicht mehr ausreicht, braucht es arbeits- und wirtschaftspsychologische bzw. -psychotherapeutische Maßnahmen, um den betroffenen Menschen aus seiner Erschöpfung heraus zu begleiten. Die Intervention hat den Auftrag, schnell und zeitnah sowohl einen Reflexions-, als auch einen Veränderungsprozess einzuleiten, um zu helfen, einen weiteren Ressourcenverlust zu vermeiden und Regeneration wieder möglich zu machen.

Im Lehrgang werden die verschiedenen Ansätze von Prävention und Therapie von Erschöpfung (Arbeitsplatz, Führung, individuelle und intrapsychische Prozesse ..) aufgezeigt, notwendige Maßnahmen und Testverfahren besprochen und anhand von Praxisbeispielen diskutiert.

Im Lehrgangspreis inbegriffen:
+ 3 Tages Messung der Stress- und Erholungsphasen
+ Buch Prävention von Erschöpfung am Arbeitsplatz von Dr. Pirker Binder aus dem Springer Verlag
+ Mental Kurzstressprofil nach der CA Methode

Die einzelnen Module im Detail

Modul 1
+ Prävention und Führung
+ Sinnaspekt in der Arbeitswelt
+ Gesundheitsmanagement aus Sicht einer Arbeits- und Wirtschaftspsychotherapie
+ Möglichkeiten und Grenzen am Arbeitsplatz
+ Arbeitswelt neu

Modul 2
+ Stressmanagement / Resilienz / Arbeits- und Wirtschaftspsychotherapie
+ Diagnostik Teil 1: WorkSkriptanalyse, LifeSkriptAnalyse, LifeEnergyAnalyse; Persönlichkeit – Werte - Prägung

Modul 3
+ Diagnostik Teil 2 und Intervention
+ Trauma und Arbeitsplatz
+ Stressbedingte Beschwerden

Modul 4
+ Mess- und Trainingsverfahren
+ Mentales Stressprofil: CA Colour Methode
+ Regenerationstraining

Modul 5
+ Was die Zelle braucht: Beginnt Burnout in der Zelle (Hubmann)?
+ Repetitorium, offene Fragen

Über die Referentinnen und Referenten

MMag. Ingrid Pirker-Binder
Ausbildungen:
  • + Studium der Handelswissenschaften in Wien
  • + Studium der Erziehungswissenschaften in Wien
  • + Biofeedbackausbildung in den USA
  • + Psychotherapieausbildung in Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor Frankl
  • + Wertorientierte Imagination
  • + EMDR
  • + Doktorat in Psychotherapiewissenschaften

Beruflicher Werdegang:
+ Leitende Tätigkeiten in der Wirtschaft
+ Gründerin des Institutes BiCo: Biofeedback/Stresstherapie/Coaching
+ Gründerin der asti academy (D/CH/A)
+ Lebensenergie/Burnout-Prävention/Persönlichkeitsbildung
+ Mitbegründerin des Zentrums für betriebliche Gesundheit in Mattersburg
+ Leiterin der ISMA (Int. Stressmanagement Association) deutschsprachiger Raum der EU
+ Ehemal. Vizepräsidentin der österr. Gesellschaft für Biofeedback und Psychophysiologie ÖBfP
+ Ehemal. Co-President der Education Section der AAPB (American Association for Psychophysiology and Biofeedback
+ Lektorin für Stressmanagement und Persönlichkeitsbildung am IMC Krems
+ Lektorin für Biofeedback an der Landsteiner Privatuniversität Krems
+ gerichtl beeidete und zertifizierte Sachverständige f. Psychotherapie
Berufliche Schwerpunkte:
+ Unternehmensberaterin, Mediatorin, Wirtschafts-/ Psychotherapeutin
+ Coach, Supervisorin, Lektorin (FH) für Persönlichkeitsbildung und Stressmanagement;
+ Lehrtrainerin der ÖBfP; intern. Vortragende für Stressmanagement und Biofeedback, sinn- und werteorientierte Führung, biofeedbackunterstütztes Stress- und Konfliktmanagement für Schulkinder (www.happysmilo.at) Forschungsschwerpunkte:
Persönlichkeitsbildung als Burnoutprävention; sinn- und werteorientierte Führung; psychische Gesundheit im Betrieb; Herzratenvariabilitätstraining als Gesundheitsprävention; biofeedbackunterstützte Therapieprogramme (essenzielle Hypertonie, psychosomatische u. stressbedingte Beschwerden, das psychotherapeutische Gutachten zur Arbeits(un)fähigkeit bei Burnout, Traumaforschung
Publikationen:
+ Biofeedback in der Praxis, Bd 1 Kinder, Springer Wien New York 2006
+ Biofeedback in der Praxis, Bd 2 Erwachsene, Springer Wien New York 2008
+ Gedanken, die das Leben schreibt, edition nove, Neckenmarkt 2008
+ Prävention von Erschöpfung in der Arbeitswelt; betriebliches Gesundheitsmanagement, interdisziplinäre Konzepte, Biofeedback, Springer Berlin Heidelberg 2016
+ Mindful Prevention of Burnout in Workplace Health Management; Workplace Health Management, Interdisciplinary Concepts, Biofeedback, Springer International 2017
+ zahlreiche Artikel und Vorträge zum Thema seelische Gesundheit, Biofeedback, Stressmanagement, Herzratenvariabilität, Burnout-Prävention
Dr. Gerhard Hubmann

Vizepräsident der Wiener Internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin (GAMED)
Arzt für Allgemeinmedizin, Ärztekammerdiplom für Akupunktur und Homöopathie, Berater für Komplementärmedizin der WGKK

Ganzheit bedeutet für mich eine allumfassende, holistische und immer mehrere Möglichkeiten offen lassende Begrifflichkeit und hat nichts mit dem zu tun, was üblicherweise als "alternativ" abgestempelt wird. Alternativmedizinische Methoden oder auch der Bereich der Komplementärmedizin, gepaart mit der Schulmedizin, ergeben für mcih eine Heilkunde, die dem ganzheitlichen Prinzip schon näher kommt. Genau dort, wo einseitige Sichtweisen postuliert werden, wird das Ganzsein der menschlichen Persönlichkeit verhindert.
Die naturwissenschaftlich orientierte Medizin hat in Bezug auf Forschung, Diagnostik, und Behandlungsmöglichkeiten einen ganz enormen Fortschritt gemacht. Aber es stellt sich nun die Frage, ob diese naturwissenschaftliche Medizin dem heutigen Begriff des Krankseins, beziehungsweise der subjektiven Erfahrung des Einzelnen über seine "Krankheit" oder seine "Gesundheit" genügt.
Dazu kommt, dass die Ganzheitsmedizin nicht nach dem "eingebildeten", sondern nach dem ausgebildeten Kranken verlangt. Mehr als die reine "Pillen-Medizin" hängt de Erfolg hier von der Mitwirkung des Patienten ab. Nur der Arzt, der sich den Blick für die Ganzheit nicht verstellt, hat den dazu auch erforderlichen mündigen Patienten. Der Begriff Ganzheitsmedizin musste eigentlich entstehen, da es nach vermeintlichen Gegensätzen zwischen Schulmedizin und Komplementärmedizin notwendig geworden ist, diese wieder zusammenzuführen. Für mich gibt es ohnehin nur eine Medizin, und es liegt in der Kunst des Arztes, beide Aspekte als Ganzes zu betrachten und beides zum Wohle des Patienten zur Anwendung zu bringen.

Zertifizierung

Nach Absolvierung des Curriculums können Sie sich zur „RegenerationpsychologIn“ bzw. „RegenerationstherapeutIn“ durch unsere Akademie zertifizieren lassen.
Diese Bezeichnung ist für all jene Berufsgruppen vorgesehen, die Regenerationstraining im Rahmen ihres bestehenden Gesundheitsberufes (Klinische PsychologInnen, GesundheitspsychologInnen, PsychotherapeutInnen, ÄrztInnen) ausüben wollen.
Das Wissen wird als Weiterbildung vermittelt. Das bedeutet, dass Sie es im Rahmen Ihrer bereits bestehenden beruflichen Qualifikationen anwenden können. Es handelt sich nicht um eine Ausbildung zur Erlangung neuer berufsrechtlicher Qualifikationen.